Kastration - ja oder nein?

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Für jeden Katzenhalter kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem er sich mit der Frage auseinander setzen muss, ob er seine Samtpfote kastrieren lässt. Die Meinungen hierzu gehen weit auseinander und häufig fürchten sich die Katzenhalter vor der Operation unter Vollnarkose und haben Angst, ihre Katze könnte dadurch ihr Verhalten ändern und Übergewicht bekommen.

Argumente der Tierschützer

Tierschützer hingegen befürworten die Kastration von Katzen. Zum einen wird so ungewollter Nachwuchs verhindert, was dazu beiträgt, dass die Zahl der obdachlosen Katzen reduziert wird. Außerdem bedeutet der Geschlechtstrieb für Katzen oft Stress. Rollige Katzen vergessen beispielsweise zuweilen zu essen und nehmen dadurch einiges an Gewicht ab.

Risiken für die Gesundheit

Ohne Deckung droht Katzen die Dauerrolligkeit, wodurch es zu hormonellen Veränderungen, Zysten, Gesäugetumoren und einer Gebärmutterentzündung kommen kann. Die Gefahr zu Dauerrolligkeit ist gerade bei Wohnungskatzen besonders hoch, weil Licht- und Temperaturverhältnisse (die Faktoren, die in der Natur für das Eintreten bzw. Abklingen der Rolligkeit sorgen) für Wohnungskatzen konstant bleiben.

Kater ihrerseits legen auf der Suche nach einer Partnerin weite Strecken zurück und setzen sich dadurch einigen Gefahren aus. Nicht nur unbekannte Bodenöffnungen und viel befahrene Straßen drohen hier, sondern auch Revierkämpfe mit fremden Katern oder direkten Rivalen um ein Weibchen können zu schweren Verletzungen und der Ansteckung mit diverser Katzenkrankheiten führen.

Darüber hinaus können kastrierte Katzen (sowohl weibliche als auch männliche) doppelt so alt werden, wie ihre „natur-belassenen“ Artgenossen. Das ist darauf zurück zu führen, dass sie nach der Kastration ruhiger und gesünder leben.

Veränderungen des Charakters

Charakterliche Veränderungen haben die Katzenbesitzer übrigens nicht zu befürchten. Zwar wird der Stubentiger durchaus anhänglicher, ausgeglichener und weniger stürmisch, aber er verliert nicht seine Gemüt und auch nicht seine Aktivität.

Lediglich die Sorge bezüglich der Gewichtszunahme ist gerechtfertigt, denn nach der Kastration ist die Katze nicht nur insgesamt ein bisschen ruhiger, auch die Ausflüge verkleinern sich, der Energiebedarf sinkt und der Stoffwechsel verlangsamt sich. Wer aber die Ernährung seiner Katze (zum Beispiel durch Getreide- und Zucker-freies Futter) anpasst und für ausreichend Bewegung (auch durch aktives Spielen) sorgt, wird keine übergewichtige Katze haben. Darauf sollte auch unbedingt geachtet werden, denn sonst kann es zu Folgekrankheiten, wie Diabetes etc. kommen.

Allerdings können durch die Kastration auch unerwünschte Verhaltensweisen wie das Markieren der Wohnung und die Anfeindung unter Artgenossen unterbunden werden kann.

Gefahren durch den Eingriff selbst

Auch vor dem Eingriff selbst braucht man keine Angst zu haben, da es sich hierbei um einen kleinen Eingriff handelt, der mittlerweile Routine in deutschen Tierarztpraxen ist. Zwar birgt eine Vollnarkose immer ein Risiko, das nicht ganz beiseite gelassen werden kann, aber auch dieses ist inzwischen überschaubar. Um Ihnen Ihre Angst zu nehmen, können Sie sich vor dem Eingriff auch ausführlich von dem Tierarzt über sein Vorgehen informieren lassen.

Der richtige Zeitpunkt

Der Zeitpunkt für die Kastration, hat man sich zu einer entschlossen, sollte gut gewählt sein, denn wer die Kastration zu spät ansetzt, riskiert, dass die Katze negative Verhaltensweisen auch nach der OP beibehält.

Die Frühkastration

Die Frühkastration wird immer beliebter, aber viele Besitzer haben Angst davor, dass damit der Hormonhaushalt ihres Kätzchens durcheinander gebracht wird. Wir haben hier für Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Der Eingriff

Vielen Katzenbesitzern nimmt es die Angst, wenn sie sich im Vorfeld schon auf die Operation vorbereiten können. Daher finden Sie hier die wichtigsten Infos darüber, was Sie und Ihre Katze am Tag der OP und danach erwartet.