Ankunft im neuen Zuhause

Der Einzug in das neue Zuhause ist nicht nur für Sie ein aufregendes Erlebnis, sondern vor allem auch für Ihre neue Katze. Sie findet sich auf einmal in einer fremden, gar nicht vertraut riechenden Umgebung wieder, ist ganz allein und umgeben von lauter fremden Menschen. Daher sollten Sie Ihrem Kätzchen gegenüber sehr verständnisvoll reagieren und Geduld zeigen.

Der richtige Tag für den Einzug

Wählen Sie den Tag des Einzugs mit Bedacht aus. Am besten wählen Sie einen Tag, an dem Sie frei haben und Zuhause sind. Noch besser ist es, wenn Sie das Kätzchen vormittags holen können, damit evtl. Kinder erst mal noch in der Schule sind. Diese reagieren nämlich in der Regel immer ganz besonders neugierig auf den neuen Mitbewohner und können dann ungewollt ein wenig zu forsch vorgehen. Und auch wenn die Kinder sich brav daran halt, das Kätzchen zunächst in Ruhe zu lassen, spürt die Katze die Anwesenheit eines jeden Familienmitglieds im Haus. Je weniger das sind, umso entspannter gestaltet sich aber der Einzug für Ihr Kätzchen.

Das Verlassen der Transportbox

© hoks / pixelio.de

Wenn Sie mit dem Kätzchen in der Transportbox Zuhause angekommen sind, stellen Sie die Transportbox in einer ruhigen Ecke ab. Sie sollte nicht zu weit von der Katzentoilette sein und auch das Futter sollten Sie in Sicht- und Reichweite deponieren. Öffnen Sie nun die Transportbox und warten Sie ab. Auch wenn die Versuchung groß ist, nehmen Sie das Kätzchen nicht heraus. Lassen Sie ihm seine Zeit, selbst zu entscheiden, wann die Erkundungstour beginnen kann.

Ein kleiner Trick kann allerdings helfen, das zu beschleunigen. Und zwar nehmen Sie ein altes, getragenes Kleidungsstück von sich mit und polstern Sie damit die Transportbox. So kann das Kätzchen sich schon mal an Ihren Geruch und den des neuen Zuhauses gewöhnen. 

Wie schnell das Kätzchen nun seine Transportbox verlässt, kann je nach Katzencharakter ganz unterschiedlich ausfallen. Manche Kätzchen sind derart unerschrocken und neugierig, dass sie sich direkt auf Aufklärungsmission begeben. Ruhigere und schüchterne Katzen werden eher mit Bedacht vorgehen, sich erst mal an den ungewohnten Geruch gewöhnen und dann nach und nach das neue Terrain erobern. Sollte ihre Katze nach über einer Stunde aber immer noch schüchtern in seiner Box sitzen und keine Anstalten machen, raus zu kommen, können Sie dazu übergehen, es mit einer Katzenangel oder anderem Spielzeug vorsichtig heraus zu locken. Sollte das auch nicht helfen, ziehen Sie sich zunächst für zwei, drei Stunden zurück.

Kontaktaufnahme zu dem Kätzchen

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Wenn Ihre Katze sich aus der Box getraut hat, beginnen Sie nicht gleich damit, sie zu streicheln, sondern begnügen Sie sich damit, in Ihrer Nähe zu sitzen und genießen Sie die neugierigen Schritte mit denen die neue Wohnung erkundet wird. Über kurz oder lang wird Ihr Kätzchen auch auf Sie neugierig werden und schnuppernd herbei kommen. Halten Sie ihm nun Ihre Hand hin, damit es Ihren Geruch aufnehmen kann. Je nachdem, wie Ihre Katze sich nun verhält, können Sie sie nun auch streicheln. Wenn Ihre Katze sich zunächst wieder etwas anderem zuwendet, bleiben Sie in Ihrer Nähe, damit die Katze lernt, dass Ihre Gegenwart etwas Selbstverständliches ist.

Nachdem nun der erste Kontakt aufgenommen wurde, können nach und nach die anderen Familienmitglieder vorgestellt werden, die sich ähnlich verhalten sollten. Kinder werden allerdings nicht still rumsitzen und warten wollen, was sie aber auch gar nicht müssen. Da das Kätzchen schon ein wenig vertrauter mit seiner Umgebung geworden ist, können Kinder gerne spielend Bekanntschaft machen. Hierfür eignet sich besonders gut eine Katzenangel, da mit dieser auch auf ein wenig Distanz gespielt werden kann, wobei aber dennoch beide Seiten, Kinder und Katze, ihren Spaß haben. Und auch die Kinder werden feststellen, dass sie bald neugierig von der Katze beschnuppert werden.

Nun können sie auch vorsichtig das Kätzchen streicheln. Sollte es sich den Streicheleinheiten entziehen, ist das unbedingt zu respektieren. Auch auf das Hochheben der Katze sollte man verzichten, bis sie sich problemlos und genüsslich streicheln und kraulen lässt und auf diese Art Vertrauen zeigt.

Gönnen Sie Ihrer Katze in den nächsten Tagen und Ruhe und wenn möglich sollten Sie die erste Woche auf Besuch verzichten.

Kleine Versteckspieler

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Genauso wie es Katzen gibt, die direkt aus der Transportbox kommen, während andere eine ganze Weile brauchen um sich nach draußen zu wagen, ebenso gibt es auch im Erkundungsverhalten gravierende Unterschiede bei Katzen. Es gibt Katzen, die direkt jeden Winkel entdecken und beschnuppern wollen, während andere Katzen bedachter vorgehen. Es kann durchaus passieren, dass Ihre Katze sich in eine kleine Ecke zurückzieht und erst mal hier verharrt. Holen Sie sie dann auf gar keinen Fall heraus, sondern lassen Sie sie dort, so lange sie das möchte.

Meist wird Ihre Katze sich einen Ort auswählen, von dem aus sie einen guten Überblick über das Zimmer hat und sich so zunächst alles aus sicherer Distanz angucken kann. Wenn ihre Zeit gekommen ist, wird sie von alleine raus kommen. Es kann auch sein, dass Sie Ihre Katze erst am nächsten Tag wieder zu Gesicht bekommen. So lange Sie aber trinkt ist das gar kein Problem. Stellen Sie ihr deshalb für den ersten Tag den Trink- und sicherheitshalber auch den Fressnapf in Reichweite und das Katzenklo ins Blickfeld. Dieses wird sie allerdings vermutlich nicht benutzen, solange Sie anwesend sind.

Das neue Katzenklo kennenlernen

Um die Katze auf das Katzenklo aufmerksam zu machen, scharren Sie einfach ein wenig in dem Streu. Katzen lieben es, ihr Geschäft zu verbuddeln und da sie nun weiß, wo man im neuen Zuhause ordentlich scharren kann, wird sie ihr Geschäft ganz automatisch dort verrichten.

Wenn Sie aber schon schnell das Zutrauen Ihres Kätzchens gewonnen haben, setzen Sie es einfach vorsichtig in das Katzenklo, damit es den Geruch aufnehmen und sich vor allem auch den Standort merken kann.

Alles weitere, vor allem die nächsten Tage, sind eine Frage von Geduld, Behutsamkeit und einer Menge spielen, um Freundschaft mit dem neuen Mitbewohner zu schließen. Oberste Regel ist aber nach wie vor (und gilt sowohl bei jungen, als auch bei erwachsenen Katzen): Drängen Sie die Katze zu nichts, sondern geben Sie Ihr die Zeit, die sie braucht und berücksichtigen Sie, dass jede Katze ein eigenes Wesen und damit auch ein eigenes Tempo hat.